Bei der Elektrochemotherapie wird die Verabreichung eines niedrig dosierten Chemotherapeutikums mit einem direkt in den Tumor applizierten elektrischen Puls (Elektroporation) kombiniert. Das niedrig dosierte Chemotherapeutikum wäre normalerweise nicht effektiv in der Tumorbehandlung, da es die Zellmembran der Zellen kaum durchdringen kann. Wenn jedoch der elektrische Puls appliziert wird, bilden sich Poren in dieser Zellmembran, wodurch das Medikament in die Zellen eindringen und wirksam werden kann. Da das Chemotherapeutikum vor allem in Tumorzellen wirksam ist, wird das gesunde Gewebe kaum beeinträchtigt.

Die Elektrochemotherapie wurde durch die Fachgesellschaften in die Leitlinien zur Behandlung des Melanoms, des Mammakarzinoms, des Plattenepithelkarzinoms sowie des Merkelzellkarzinoms aufgenommen.

Dem Unternehmen Mirai Medical, Irland, wird für die Entwicklung einer Technologie zur Abgabe ultrakurzer elektrischer Impulse an das Tumorgewebe zur optimierten Behandlung mittels Chemotherapeutika durch den onkoderm-Vorstand die Anerkennung als „Therapie des Jahres 2020 in der Dermatologie“ verliehen.